Herbstwanderung durch den Göttinger Wald

Veröffentlicht auf von Hauke

Mitte Oktober letzten Jahres habe ich eine Tageswanderung durch den Göttinger Wald unternommen. Da ich in Göttingen bereits drei Jahre studiert habe, ist mir die Umgebung durchaus bekannt, jedoch habe ich in der Gegend nie eine Wanderung unternommen.

Aufhänger der Wanderung war ein Tourenvorschlag des  Verkehrsverbund Südniedersachsen durch den Göttinger Wald mit zwei Burgen entlang des Weges und einer Länge von 15 km. Diese Route habe ich etwas verlängert und verändert, so dass eine schöne Tageswanderung von 20 km dabei heraus gekommen ist.

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es gegen 10 Uhr auf in Richtung Göttingen-Weende, einem alten Vorstadtteil. Dieses Mal hatte ich mich ausreichend mit Broten und Tee eingedeckt, so dass ich auf dem Weg nicht hungern musste. Bei Temperaturen von etwa 0°C  ging es zunächst entlang von Raureif bedeckten Feldern und Hecken. Bereits auf der Höhe von Weende hat man eine wunderbare Aussicht über Göttingen und dem gesamten Leinetalgraben. Eine alte Wandertafel weißt auf alle vorhandenen Wanderwege der Region hin, so dass ich mich hoffentlich nicht groß orientieren muss, sondern einfach den Zeichen an den Bäumen folgen muss. Dies war jedoch ein Irrglaube, der Göttinger Wald ist völlig unzureichend mit Markierung versehen, so dass ich mich während des ganzen Tages mit der Karte orientieren musste.

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Der Weg von Weende nach Deppoldshausen geht es entlang von Forstwegen durch einen recht dunklen Wald, in dem ich mich dann auf gleich fast verlaufen hätte dank der fehlenden Beschilderung. Kurz vor Deppoldshausen führt der Weg mitten über eine Wiese, wo ich das herrliche Wetter genießen kann. Das kleine Dorf wirkt trotz der unmittelbaren Nähe zu Göttingen völlig abgeschieden. Nach einem kleinen Marsch von Süden nach Norden durch das Dorf entlang von Bauernhöfen geht es dann entlang einer Weide wieder in den Wald Richtung Plesseburg. Hier habe ich mich dann zum ersten Mal für den Tag leider verlaufen, da erneut Hinweisschilder fehlten. Irgendwann habe ich dann aber den richtigen Weg gefunden und in der Nähe der Plesseburg bin ich dann auf die ersten Schilder des Plesseweges gestoßen.

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Die Plesseburg ist eine im frühen 15ten Jahrhundert erbaute Burg mit einer interessanten Geschichte. Auf der Plesse kann man im Sommer draußen im Biergarten sitzen und die Aussicht genießen – ich habe jedoch den begehbaren Hauptturm vorgezogen und hier eine kleine Brotzeit eingelegt. Bei eisigem Wind habe ich es jedoch nicht lange hier ausgehalten und bin weiter Richtung Osten gelaufen. Hier wandert man etwa eine Stunde entlang der schnurgeraden Plessestraße. Dennoch ist der Weg nicht unschön, da besonders im Herbst hier das schöne Farbspiel der Blätter im Sonnenlicht anzuschauen ist. Nun nähere ich mich dem Hühnstollen, ein geologischer Sporn, der sich im Zuge der Harzentstehung aus dem Umland herausgehoben hat und nun an zwei Seiten fast senkrecht aus dem Umland heraus ragt. Dieser Ort war im Mittelalter ein Rückzugsort der Menschen der Region, da sie sich hier gut verteidigen konnten.

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An der Spitze des Hühnstollens treffe ich auf einen recht unheimlichen Aussichtsturm, der jedoch eine ganz passable Aussicht auf den Leinetalgraben und angeblich auch auf den Harz bieten soll, diesen konnte ich jedoch trotz guter Sicht nicht erblicken. Nach einem Brot und einer Tasse Tee ging es nun wieder Richtung Süden nach Roringen, einem Vorort von Göttingen an der B27 gelegen. Nachdem ich den Wald verlassen habe, geht es ein kurzes Stück entlang von Wiesen direkt zur Roringer Warte, die hier 1407 aufgestellt worden. Er diente zu dieser Zeit als Bewachung der Straße von Göttingen nach Herzberg bzw. Duderstadt. Heute ist er jedoch nur noch eine Ruine, die nicht begangen werden kann.

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Südlich der B27 geht es nun wieder ein Stück in den Wald, wo ich mich erneut verlaufen habe, jedoch auf einen anderen Weg Herberhausen erreichen konnte. Von hier aus geht es nun über den Herberstieg Richtung Göttingen, welches für mich die schönste Etappe des Tages darstellt. Hier sind nun auch deutlich mehr Leute im Wald spazieren.

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Insgesamt eine wirklich schöne Tageswanderung, die besonders im Herbst zu empfehlen ist. Jedoch empfehle ich ausreichend Kartenmaterial auf die Wanderung mitzunehmen. Hier ist der ADAC Stadtplan von Göttingen voll ausreichend.

 

Bildergalerie zur Herbstwanderung Göttingen 2009

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Ennien 04/27/2013 13:15

Die Burg Plesse wurde 1015 das erste Mal urkundlich erwähnt und nicht im frühen 15ten Jahrhundert erbaut. Ansonsten ein Bericht, der Lust aufs Wandern macht.