Tour durch das südliche Kalifornien

Veröffentlicht auf von Hauke


Im Zuge einer geologischen Tagung im Dezember 2009 hatte ich die Gelegenheit mit einem Kollegen zusammen San Francisco und die südliche Umgebung kennenzulernen. Nach einer langen Anreise, haben wir uns am Folgetag also nun direkt ein Auto gemietet (was in den USA nicht sehr teuer ist, etwa 130 € für ein Auto für 4 Tage inklusive aller Versicherungen) und sind Richtung Süden aufgebrochen. Die Route haben wir vorweg grob geplant, haben uns jedoch vieles offen gelassen, um die Tour einigermaßen spontan zu halten.

 

1ter Tag, Donnerstag, 10.12.2009 – San Francisco bis Monterey

Donnerstag morgens konnte es also nun losgehen! Nach ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten mit der Automatikschaltung und des Verkehrs in der Stadt, sind wir also auf dem Highway Richtung San José gelandet. Hach einigen Meilen ging es dann rechts ab Richtung „Half moon bay“ zum Highway 1, der Küstenstraße Kaliforniens. Hier wurden wir sofort von der Schönheit der Steilküste überwältigt und mussten mehrmals anhalten, um die Natur zu genießen. Obwohl Wale für diese Jahreszeit nicht untypisch sind, haben wir leider keine gesehen, ein paar Seelöwen faulenzten jedoch am Ufer auf den Steinen und waren ebenso nett anzuschauen.

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Die Tour führte durch die reicheren Orte, wie Santa Cruz (die einen beeindruckenden Freizeitpark mit unglaublich vielen Achterbahnen besitzen!). Nach etwa 4 Stunden hatten wir dann Monterey erreicht, welche bereits unsere Tagesetappe beenden sollte. Hier sind wir im Aquarium gewesen, welches in jedem Fall einen Besuch wert ist. Das Aquarium ist direkt an der Küste gelegen und zeigt in seinen vielen schönen Aquarien Meeresfische, Seepferdchen (unglaublich die Seepferdchenart, die sich als Seetang tarnt, siehe Foto unten), Krustentiere, Pinguine und Seehunde. Auch größere Exemplare, wie Rochen und kleine Haie waren zu sehen. Man sollte sich aber mehr Zeit nehmen, als wir es getan haben. 4-5 Stunden sollte man für den Besuch des Aquariums schon einplanen, man kann sich aber getrost einen kompletten Tag hier aufhalten.

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Die Nacht haben wir im Hostel verbracht und abends noch nett hawaiianisch gegessen (natürlich auch Burger!).

2ter Tag, Freitag, 11.12.2009 – Monterey bis Coalinga

Südlich von Monterey wird die Küste nochmal schöner, als wir es am Vortag erlebt haben. Zuerst einmal stand aber eine kleine Tour nach Pacific Grove an, wo wir uns das Überwinterungsquartier für sehr große Schmetterlinge („Monarch butterflies“) anschauen wollten. Diese Insekten leben das Jahr über im Norden der USA und Kanada und ziehen sich zum Winter nach Mexiko oder aber Kalifornien zurück. Leider hatten wir kein Glück, da das Wetter nicht besonders gut war und konnten leider keine Schmetterlinge entdecken. Ein paar Rehe liefen jedoch im Park (…und auch auf den Straßen im Ort) herum, die sich bereitwillig fotografieren ließen.

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Weiter ging’s nun also zum wunderschönen Leuchtturm von Pacific Grove und dem darauf wohl schönsten Küstenstück der Tour. Dieser ist leider zu einem großen Teil kostenpflichtig: Der 17-Miles-Drive kostet etwa 10$ Eintritt, welcher sich aber in jedem Fall lohnt. Vorbei an großen Sporthotels und Golfanlagen geht es nun an der atemberaubend schönen Küste entlang. Hier treffen wir auch deutlich mehr Touristen. Generell ist entlang der Strecke zu dieser Jahreszeit jedoch sehr wenig los, was das reisen sehr angenehm macht.

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Ein weiteres Highlight des Tages ist eine kleine Wanderung in einem der Parks von Big Sur, wo wir die Auswirkungen der Waldbrände von 2008 noch deutlich erkennen konnten. Vor allem die wirklich riesigen Redwoods, bis zu 110 Meter hohe Mammutbäume haben uns beeindruckt.

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Nach dem kleinen Spaziergang ging es nun weiter Richtung Süden entlang der schönen Küste. Mittlerweile hatte man sich an die wunderschöne Aussicht schon etwas gewöhnt, so dass wir nicht alle paar km anhalten mussten. An der Bixby Bridge, eine sehr hohen Betonpfeilerbrücke entlang der Straße, haben wir dennoch einen kurzen Halt gemacht.

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 Danach ging es die Fernandes-Fergusto Road über das kleine Küstengebirge Richtung Osten. Leider wollte uns unser Navigationssystem dort nicht entlang schicken, obwohl die Straße eindeutig im GPS eingezeichnet war – merkwürdig! Autofahrfreunde kommen auf dieser Straße richtig auf ihre Kosten, wenn es die etwa 4 Meter breite Asphaltstraße serpentinartig nach oben geht. Ich persönlich fand die 2-stündige Fahrt eher anstrengend. Nachdem wir den Pass überquert hatten und die Strecke wieder herunter gefahren waren, kamen wir an den Eingang eines Militärgeländes, wo wir erstmal zum halten aufgefordert wurden. Wurde uns deshalb die Strecke nicht im Navigationssystem angezeigt? Mit etwas Unbehagen, dass wir evtl. die ganze Strecke in der bereits einsetzenden Dunkelheit wieder zurück fahren mussten, warteten wir, bis der officier bei uns am Auto war. Nach einigen Fragen, durften wir jedoch passieren und fanden uns darauf in einer Art Mondlandschaft wieder, die wirklich im krassen Gegensatz zur Küste stand. Nach weiteren 2 Stunden Autofahrt hatten wir dann keine Lust weiterzufahren und fragten das GPS, wo wir denn in Coalinga übernachten könnten, einem kleinen 10.000 Einwohnernest. Angeboten wurde uns ein Bed and Breakfast – klingt doch super! Die Übernachtungsmöglichkeit war einmalig – wir haben in einem schönen alten Amerikanischen Holzhaus mit Veranda übernachtet, welches wir für den Abend komplett für uns hatten. Die alte Dame, der das Haus gehörte, wohnte nebenan bei ihrer Tochter und vermietet in ihrem alten, noch komplett kitschig eingerichteten Haus (inkl. Weihnachtsbaum) 4 Zimmer und bot uns am nächsten Morgen ein phantastisches Landfrühstück mit allen Schikanen an – sehr empfehlenswert!

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3ter Tag, Samstag, 12.12.2009 – Coalinga – Modesto

Etwas verspätet ging es nun am Samstag Richtung Osten los. Heute stand eine Rundtour durch den Sequoia National Park an. Auf dem Weg dahin ging es durch endlos scheinende Felder, wo noch etwas Kürbis und vor allem im Osten Orangen und Mandarinen angebaut wurden. Ansonsten herrscht in diesem zentralen Tal von Kalifornien gähnende Leere und ein schachbrettartiges Straßennetz.

Nach etwa 2 Stunden haben wir Three Kings am Berghang zum Nationalpark erreicht, wo uns direkt Werbeschilder mit Schneeketten begegnen. Das Wetter ist an diesem Tag grau und es regnet. Am Eingang des Nationalparks wurde uns erzählt, dass die Straße weiter oben aufgrund der Schneemassen gesperrt sei und wir bis dorthin nur mit Schneeketten fahren könnten. Nach einigem überlegen entschlossen wir uns die Fahrt nicht zu unternehmen, da wir auf einen Spaziergang im Regen keine Lust hatten. Enttäuscht waren wir trotzdem. Somit haben wir den kompletten Tag auf der Straße verbracht und sind entlang der Gebirgskette Richtung Norden gefahren.

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Die Landschaft hier ist relativ karg und hügelig, jedoch sehr abwechslungsreich zum Tal im zentralen Bereich. Angekommen in Modesto, haben wir uns in einem abgeranzten Truckermotel niedergelassen, wie man sie nur aus den Filmen kennt. Abends sind wir dann in der St Stans Brauerei in der Stadt gewesen, die etwa 10 verschiedenen selbstgebraute Biere vom Fass hatten, wobei eins nach Schokolade schmecken sollte (… nein wahrlich kein Bierparadies). Eine Mütze für die deutschen Touristen gab’s dann trotzdem umsonst dazu.


4ter Tag, Sonntag, 13.12.2009 – Modesto – San Francisco


Nun also bereits der letzte Tag. Unser einziges Ziel des heutigen Tages war das Flussdelta südlich von Sacramento mit dem Städtchen „Locke“, welches im Lonely Planet Reiseführer angepriesen wurde. Dies ist ein kleines Städtchen, welches von Asiaten bewohnt wird und früher einmal außerhalb des Gesetzes agieren konnte, da sich die Einwohner nicht an die US-Gesetze gehalten haben. Heute ist es ein kleines Touristendörfchen ohne Touristen, jedoch mit einem Feuerwehreinsatz, da einer der Strommasten auf ein Haus gekippt war.

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Den Rückweg nach San Francisco haben wir entlang der Flüsse absolviert, eine schöne, beschauliche Strecke. Gar nicht beschaulich war dann die Einfahrt nach San Francisco über die Bay Bridge, die zwischenzeitlich beim bezahlen der Maut etwa 30 Spuren besitzt, grausam! Wir haben jedoch unsere Autovermietung problemlos gefunden.

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Links:

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