Tageswanderung entlang der SaaleHorizontale bei Jena

Veröffentlicht auf von Hauke

 

Ende September habe ich in Jena eine alte Mitbewohnerin aus meiner Göttinger Studienzeit besucht. Da sich das Land Thüringen als Wanderelixier bezeichnet, habe ich mich bereits im Vorfeld ausgiebig mit den Wanderwegen der Region beschäftigt, um am Ende festzustellen, dass es in Jena lediglich einen Wanderweg gibt, der länger als eine Tageswanderung geht – Die Jena Horizontale. Auf diesem etwa 75 km langen Pfad rund um Jena findet einmal jährlich ein Laufwettbewerb statt, den die besten der Teilnehmer in etwa 12 Stunden absolvieren. Hier hatte ich mir nun ein Teilstück herausgesucht, den ich an diesem nebeligen Freitagmorgen beginnen wollte.

Starten wollte ich am sogenannten Fürstenbrunnen. Hierzu fährt man am besten mit der Straßenbahn bis zum Sportforum welches auch der Startpunkt des Laufwettbewerbes ist. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten bin ich nun zunächst etwas weiter nach Wörlitz gelaufen, um von dort aus den Anstieg übers Tal zum Fürstenbrunnen zu nehmen.

Auffällig ist, dass man bereits nach wenigen Kilometern vom Stadtzentrum entfernt das Gefühl hat auf dem Land zu sein. So bin ich die Pflasterstraße an zahlreichen Obstbäumen hinauf gelaufen, ohne einen Menschen zu treffen. Der Untergrund Jenas besteht aus Buntsandstein und Muschelkalk, beides Gesteinseinheiten mit denen ich es während meiner Kartierung am nördlichen Harzrand ( Bericht zur Diplomkartierung ) ebenfalls zu tun hatte. Die Gesteine haben sich vor etwa 230 Millionen Jahren abgelagert. Am Fürstenbrunnen tritt aus dem Muschelkalk dann Wasser aus. Karsterscheinungen (Lösung des Karbonates durch saures Sickerwasser) und Travertinbildung (Ein Kalk, der sich im Süßwasser bildet) sind typisch für die Gegend. Am Fürstenbrunnen sind zahlreiche Wanderschilder aufgestellt und man bekommt das Gefühl, dass der Platz an den Baumstämmen bald nicht mehr ausreicht für noch mehr verschiedene Wanderwege. Ich entscheide mich für den anscheinend neusten Wanderweg, die Saale Horizontale, die oberste Markierung auf dem zugepflasterten Baum. Hier geht es zunächst in Richtung Jena Priesnitz (laut dem alten Wegweiser am Stein)

Am Vormittag laufe ich an den Muschelkalkhängen rund um Jena auf schmalen Pfaden, die von recht knorrigen Kiefern gesäumt werden. Leider verhindert der dichte Nebel eine gute Aussicht auf die Stadt. Der schöne ausgebaute Weg, die zahlreichen Markierungen und eine menschenlose Ruhe entschädigen hierfür jedoch. Gegen Mittag erreiche ich die Diebeskrippe. Hier ist ein mächtiger Muschelkalkbrocken heraus gewittert, an dem einige Strukturen zu bewundern sind.


Vorbei an der Studentenrutsche (eine geologische Störung im Gestein, an der sich Gesteinspakete verschoben haben) erreiche ich eine Bank mit schöner Aussicht auf die Stadt. Etwa auf der Höhe der Innenstadt von Jena komme ich ins nächste Tal bei Ziegenhain. Da mich bereits großer Hunger plagt und ich kein Mittagessen mitgenommen habe, verlasse ich den Wanderweg und mache ich mich auf die Suche nach einem Bäcker oder kleinen Supermarkt im Vorort – Fehlanzeige! Lediglich ein Restaurant befindet sich im Dorf. Die alte Kirche, die sehr schön anzuschauen ist, rechtfertigt jedoch den Umweg.

Ich beschließe am Aussichtspunkt Fuchsturm zu essen. Der Aufstieg vom Dorf ist kurz und steil, eine schöne Abwechslung, denn der Name Jena Horizontale ist die meiste Zeit Programm. Hier gibt es eine kleine Portion Würzfleisch und eine Apfelschorle bei schöner Aussicht auf die Stadt. Mittlerweile ist der Himmel auch aufgeklart und die Sonne kommt durch. Nach der Besichtigung des Turmes (dort sieht man auch nicht so viel mehr als unten!) geht es den Wanderweg weiter entlang des Tales, welches sich von Jena Richtung Osten erstreckt. Nachdem es eine Zeit durch den Wald ging, führt der Wanderweg nun entlang von Wiesen. Man bekommt somit bereits bei einer Tageswanderung eine sehr schöne Abwechslung geboten.

Gegen 16 Uhr komme ich dann doch tatsächlich vom Wanderweg ab und entschließe mich über Kleinlöbichau den Weg nach Jena zurück zu laufen. Auch hier hat man das Gefühl weit entfernt von der Stadt zu sein, da die Dörfer recht klein und isoliert wirken. Sogar eine „Gemeinde Wäschemangel“ habe ich gefunden. Nach etwa 6 km erreiche ich die Straßenbahnendhaltestelle Jena Ost.

Hier noch das bisher flüchtig zusammengebastelte Panoramabild von Jena. Dies werde ich nochmal überarbeiten.

 

Weitere Links und Bilder:

Tageswanderung-SaaleHorizontale Tageswanderung-SaaleHorizontale

SaaleHorizontale auf Thüringen Tourismus

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Werner 02/03/2010 14:52


In der Gegend bin ich zuletzt vor 8 Jahren gewandert


Joachim Hantke 10/27/2009 17:43


Sehr schöne Landschaft mit ihrem Kalkgestein. Als Dolmetscher war ich früher oft in Weimar. Von dort aus machten wir Fahrten durch das malerische Ilmtal. Hat mir damals immer gefallen.
Liebe Grüße
Joachim